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Fotos des Todes: Post Mortem Fotografie im viktorianischen Zeitalter


Autor: Christine
abgelegt in: Aszendenten

Man mag es schon in Gruselfilmen wie „The Others“ gesehen haben, Fotografien von Verstorbenen, insbesondere Kindern waren während des viktorianischen Zeitalters ein Gedenken an die Toten, erscheinen heute jedoch nur noch morbide. Was steckt dahinter?

Fotos waren damals große Ereignisse, es wurde sich fein gemacht, nur die besten Kleider getragen, um eine Erinnerung für immer mit zu nehmen. Besonders um die Jahrhundertwende herum wurden Fotos jedoch nicht nur zu den fröhlichen besonderen Ereignissen gemacht, sondern markierten auch Todesfälle. So waren manchmal die einzigen Familienfotos die, auf denen verstorbene Mitglieder mit dem Rest der Familie abgebildet wurden.

Morbid war das jedoch nicht, gerade Kinder wurden damals kurz nach ihrem Tod zurecht gemacht und fotografiert, so dass die Eltern ein Memorabilia von ihnen hatten. Heutzutage mag man ganze Alben voller Fotos haben, damals war es immer noch ein Luxus, den sich nicht jeder leisten konnte.

Post Mortem Fotografie als einzige Erinnerung

So kam es auch häufig, dass die einzigen Kinderfotos, die von verstorbenen Kindern waren.

Oft wurden die Toten nicht einfach in ihrem Sarg fotografiert, sondern angekleidet und auf Bänken oder Stühlen so hingesetzt, als wären sie am Leben. In manchen Fällen malte der Fotograf den Betroffenen später Augen auf die geschlossenen Lider, so dass sie wach und lebendig erschienen.

Genau daran kann man auch sehen, dass mit diesen Fotos nicht der Tod gehuldigt, sondern die Lebenden gefeiert werden sollten. Die Eltern wollten Erinnerung an ihre Kinder, so wie sie zu Lebzeiten waren, nicht im Tode.

Da die Sterblichkeitsrate von Kindern zu der damaligen Zeit extrem hoch war, wuchs auch die Popularität, die zusammen mit Seancen und anderweitigen Geisterverschwörungen durch die Decke ging, was nicht zuletzt daran lag, dass Krieg, Hunger und Krankheiten in dieser Zeit für eine hohe Sterblichkeit in allen Altersbereichen sorgte.

Fotos der Toten als Zeichen der Liebe

Auch in Europa nahm man Fotos von Toten auf, doch dort war es viel geläufiger, sie auch offensichtlich in Särgen oder von Blumen umgeben zu drapieren, während die Familie oftmals darum herum saß.

Was heutzutage nur Fassungslosigkeit und Schrecken hervor ruft, war damals ein Mittel, um mit dem plötzlichen Tod eines geliebten Menschen fertig zu werden und sein Bild in Erinnerung zu behalten, da nicht zuletzt das Vergessen des Gesichts eines verstorbenen Kindes oftmals wie ein erneutes Trauma für die Eltern war.

Mit heutigen Paparazzi Fotos von Unfällen und Tatorten lassen sich diese Post-Mortem Fotografien daher auch nicht vergleichen.

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