Egoistischer New Age-Wahnsinn
The Secret, Wünsche beim Universum und wie sie alle heißen – in den letzten Jahren wird der globale Büchermarkt mit New Age Literatur nur so überschwemmt. Aber auch das Internet ist längst nicht mehr sicher.
Letztens erhielt ich wieder eine E-Mail, die mir das positive Denken und Visualisieren anbot. Am Ende des wirklich nett geschriebenen Anschreibens wurde mir soagr ein echt wahnsinnig gutes Angebot unterbreitet: Anstatt 150 Euro müsste ich jetzt nur noch sage und schreibe 90 Euro für ein Buch zahlen!! Na, wenn DAS nicht mal ein Grund ist, sofort zuzuschlagen und mein gesamtes Monatsgehalt dafür auf den Kopf zu schlagen. Ist doch eh egal – ich werde mir dann ja eh die zweihundert Millionen visualisieren, stimmt´s?
Aber mal ehrlich: NEUNZIG Euro für ein BUCH? Habt ihr schon mal beinahe 100 Euro für einen Schmöker ausgegeben? Sagt mir gern, wenn ich irre, aber in den normalen Buchläden kostet ein Buch zumeist nicht mehr als zwanzig Euro. Und dann ist das Teil aber auch wunderschön gebunden, riesengroß und das Papier hat eine wahnsinnige Qualität.
Die neue New Age Welle überschwemmt die Masse und flößt uns damit eine neue, amerikanische Mentalität ein: Wir sind selbst Schuld, wenn wir arm und krank sind. Die Gesunden und Reichen – die haben´s schon richtig gemacht, alle anderen bleiben auf der Strecke. Denn genau das impliziert diese ganze esoterische Welle: dass wir dem Kranken und Schwachen mit Hochmut, mit Arroganz, begegnen anstatt mit Anteilnahme und dem Wunsch, ihm helfen zu wollen. Ich finde, eine gesunde Skepsis ist hier angebracht und es schadet keinem, von seinem hohen Wünscheross herunter zu steigen und sich umzusehen, in der Welt, in seiner Umgebung. Liebe, das ist, was der Mensch braucht. Liebe zum Nächsten, Liebe zur Erde und zu sich selbst. Damit ist aber nicht die narzistische Selbstliebe gemeint, die nur sich selber sieht. Besonders in Bezug auf das Jahre 2012 ist das wichtig – ob die Welt unter geht oder nicht, zumindest eines sollte der ganze Hype tun: uns zum Nachdenken anregen.
Ein anderes Beispiel: In einem dieser online Ratgebern las ich, dass Beziehungen Spaß machen sollen, nicht belasten, keine Probleme wälzen dürfen. Und wenn eine Beziehung nicht spaßig genug ist, sollte man weitersegeln. Auf, zum nächsten Ufer, zum nächsten Menschen, als wär er ein Produkt im Supermarkt, das uns nicht gefallen hat und dass wir nun lieber umtauschen. Mich macht diese Einstellung regelrecht wütend, denn sie ist egoistisch, selbstgerecht und hat nichts, rein gar nichts, damit zu tun, diese Welt zu verbessern oder gar sich selbst mit seinem Leben. Mir erscheint es, als wollte da eine Masse vor ihrer Verantwortung davon laufen, wollte lieber an eigene Magie glauben anstatt ihr eigenes Handeln.
Was denkt ihr darüber? Lest ihr solche Ratgeber, glaubt ihr daran? Stimmt ihr mir zu oder haltet ihr meine Meinung für Quatsch? Los, plaudert mal aus dem Nähkästchen!
Bei Amazon könnt ihr eine Menge dieser Bücher finden. Ein bestimmtes empfehle ich euch hier jetzt nicht – ich rühre keine Werbetrommel für etwas, an das ich nicht glaube.
Ich stimme diesem Kommentar grössten Teils zu, es ist ja so dass die New Age Bewegung ja auch grösstenteils recht hat was sie schreiben! Es wurden oder viele Bücher geschrieben über das positive denken oder besser gesagt wie man richtig denken soll, aber letztendlich in der Zusammenfassung wird da nichts anderes als das Ursache und Wirkungsprinzip erklärt! Also kurzgesagt man könnte viele Bücher auf 2 Seiten beschränken
Der Rest ist meistens noch blabla die, die meisten nicht verstehen.
Das Beste ist noch an allem, was da beschrieben wird steht schon längst in der Bibel
und erst noch klar und einfach: Wer Hass sät wird Hass ernten, wer liebe sät wird liebe ernten! Tja, lebt diesen Satz und schon werden viele Bücher sinnlos
Nicht das da jetzt der Eindruck entsteht das ich irgendwie so ein Evangelist bin der sich stur bockig und frömchenmässig
auf die Bibel behaftet. Nein, will einfach damit sagen das alles was in Büchern oder sonst behauptet wird über die Lebensweise und über die Zukunft und Veränderung der Erde schon alles da steht und ich würde behaupten meist noch von intelligenteren als solche die heute Massenbücher auf den Markt werfen!
Jetzt noch was wichtiges: Menschen die spirituell sind oder auf der suche kommen der Wahrheit immer näher, aber niemals und ich betone niemals gründen richtig spirituelle Menschen eine Organisation oder eine Religion!!! Denn wenn sie die Wahrheit gefunden haben, sind sich spirituelle einig und müssen sich nicht formieren wie heute leider noch die Religionen! Lassen sie die Finger von Organisationen!!!
Hallo Kirael! ![]()
Danke für den Kommentar!
Ich stimme dir da absolut zu. Die Bibel ist ein faszinierendes Werk, nicht nur theologisch betrachtet, sondern metaphorisches auf das kollektive Unterbewusstsein der Menschheit bezogen. Die Geschichten sind, wenn man sich auf sie einlässt, wie aus dem Leben gegriffen und zeigen uns oft Türen, durch die wir gehen könnten. Ein sehr spannendes Thema, wie ich finde
Na ja ich hab die Bibel nie gelesen, die ist mir bisschen zu lang ![]()
Der eigendlich grund ist wohl eher, das ich denke, dass man weder die Bibel lesen muss, noch man in die Kirche gehen braucht oder das Vater unser auswendig können muss, um ein guter Mensch zu sein.
Auch ich stimme euch beiden zu, doch ich denke man kann das ruhig von beiden seiten betrachten.
Nur weil jemand sagt, dass man positiv denken soll, heißt das ja nicht, dass derjenige meint das man nicht lieben soll.
Lieben soll und anderen helfen, sind doch schließlich die dinge, auf die es im endeffeckt im Leben ankommt, denke ich.
Man soll auch nicht mit Hochmut und arroganz auf die herunterblicken, die im dreck liegen und meinen , dass man es besser gemacht hat und das derjenige selber schuld ist…grade dann hat man schließlich noch überhaupt nicht viel verstanden. Doch vielleicht sollte der andere sich mal überlegen woran es liegen könnte, dass es ihm schlecht geht. Die vielen schlimmen dinge die geschehen…das kann doch nicht alles grundlos geschehen.
Bei der Sache mit den Beziehungsratgeber kann ich dir auch nicht ganz recht geben. Ich denke nur weil das Buch darauf hinweißt das es keine optimale Beziehung ist wenn sie einen Belastet, sagt dies ja nicht gleich aus das man es besser gleich beim nächsten versuchen sollen.
Ich denke die Leute die solche Bücher schreiben wollen auch nur helfen und glauben das sie den Sinn der Dinge verstanden haben. Wer das wirklich hat, vermag keiner zu sagen, aber ich denke wir tun schlecht dinge doch auch nur weil wir es nicht besser wissen.
Hallo Freya
,
Nein, so habe ich das mit der Bibel auch nicht gemeint. Natürlich muss man nicht beten, fromm sein oder gar an Gott oder die Kirche zu glauben. Ich persönlich glaube nicht an das Christentum, ich besuche auch nicht die Kirche und bete nicht zu Gott. Mit der Bibel habe ich etwas anderes gemeint – dass da Geschichten drin stehen, die einen bereichern können. Weil viele Erkenntnisse, die man oft erst ab einem gewissen Alter, einer bestimmten Reife (manchmal nie…) erreicht, stehen da schon drin.
Ich habe das eher überfassender gemeint, nicht auf die Religion an sich bezogen
Das seh ich genau wie du. Liebe ist das Wichtigste im Leben. Nicht nur die Liebe zu seinem Freund/seiner Freundin, sondern überhaupt die Liebe zum Leben. Damit, finde ich zumindest, ist auch gemeint, Tiere, überhaupt Lebewesen, als gleichberechtigte Wesen zu achten und zu respektieren. Anderen beizustehen, zu helfen und für Schwächere einzustehen – das ist ein Ideal und ich finde das wichtig. Viele Menschen können das nicht so gut, weil sie auch Ansgt davor haben und nicht wissen, wie sie das leben sollen. Vielen würde es bestimmt schon helfen, wenn sie nur wüssten, WIE man helfen kann.
Das finde ich auch. Hochmut kommt vor dem Fall, so sagt man doch
. Kein Mensch ist besser als der andere, niemals. Wer das glaubt, das hast du schon gesagt, hat noch nicht viel begriffen.
Das ist genau das, was ich gemeint habe. Der Ratgeber hat sehr wohl darauf abgezielt, zu sagen, dass die Beziehung die falsche ist, wenn sie belastet. Ich sehe das aber so wie du. Dass eine Beziehung trotzdem die “optimale” sein kann, trotz Belastung. Weil Belastung ja zum Leben dazu gehört. Man streitet sich auch mit den besten Freunden und auch zwischen den besten Freunden gibt´s mal Zeiten, in denen alles irgendwie schief läuft. Aber mit dem Ratgeber war auch nicht das Buch gemeint, sondern ein anderer Blog. Wenn ich mich da irgendwie falsch ausgedrückt habe, tut mir das Leid
Ich glaube auch, dass wir “schlechtes” tun, weil wir es nicht besser wissen.
Deshalb finde ich ja solche Gespräche wie zB das hier so wichtig. Man tauscht sich über Ideen und Gedanken aus und wächst daran. Ich finde ja, die Menschen haben aufgehört, aneinander zuzuhören. Sie plappern alle soviel, ohne etwas zu sagen, und haben in dieser schnellen Zeit kaum die Geduld, zuzuhören.
Hi,
ja okay aber wieso wissen Menschen nicht wie sie Helfen sollen? Manche Leuten müssten einfach mal ein bisschen netter sein und gleich wäre vielen geholfen finde ich.
Natürlich ist kein Mensch besser als der andere, aber vielleicht haben manche einfach schon mehr erfahrungen gesammelt.
mmh…das kam im Text für mich irgendwie ein bisschen ander rüber.
Klar streitet man sich immer mal, aber wenn man zum beispiel eine Beziehung darauf aufbaut den anderen zu änderen, sich nach einiger zeit nur noch streitet und die beziehung einen mehr verletzt als glücklich macht, hat das dann noch einen Sinn?
Ja genau
vor allem das mit dem zuhören…die meißten können nicht gut zuhören obwohl es doch schon heißt “reden ist silber, schweigen ist gold”
Hey
Ja, das stimmt. Wenn sie netter wären, nicht nur an sich dächten… da hast du absolut Recht! Ich dachte aber eher an eine beispielhafte Situation wie z.B. in der Großstadt. Da kippt einer irgendwo um und die Menschen drumherum würden vielleicht gern helfen, aber wissen nicht, was genau sie tun sollen. Sie haben Angst, etwas falsch zu machen, die Dinge zu verschlechtern als zu verbessern. Deshalb find ich persönlich ja Aufklärung auch so wichtig.
Erfahrungen gesammelt und auch drüber nachgedacht. Erfahrungen allein nützen nichts, man muss sie auch als einen inneren Wert zu schätzen wissen und davon lernen und zehren.
Du hast schon Recht mit dem, was du sagst. Es kommt halt auf die Gradwanderung an, auf das Fundament der Beziehung. Wenn eine Beziehung zB nur auf Abhängigkeiten beruht und daraus ständig Streit resultiert, hat sie natürlich keinen Zweck. Was ich meinte, war ja auch nur, dass viele einfach so schnell das Handtuch werfen, weil sie das Abenteuer, den Kick, vermissen und sich lieber neu verlieben möchten. Das sind dann die Sachen, die man später schmerzhaft bereut. Liebe ist still, leise, nicht so laut und turbulent wie die anfängliche Verliebtheit.
Zuhören bedeutet eben, nicht selbst im Mittelpunkt zu stehen.
Noch schlimmer sind dann die, die einfach weggucken…
Ja genau, aber ich glaub das haben die meißten mal.
Ich kenn das auch…dann passiert Irgendwas, man würde gerne helfen weiß aber nicht wie und tut dann das was meiner Meinung nach eigendlich am “verkertesten” ist: nämlich gar nichts!
Sonst hat man ja keine richtigen erfahrungen gasammelt, sondern einem ist nur ein ereignis wiederfahren
Ja denke mal so ist das, aber ob man nur ein neues abenteuer sucht oder die Bezihung aufgrund von zb. völlig auseinander gehenden erfahrungen verlässt, ist ja noch mal ein unterschied.
Stimmt, so hab ich das noch nie betrachtet, aber klar
Ja, das sind die Schlimmsten! Einfach weglaufen…
Genau das meine ich: Hilflosigkeit bei Menschen, denen Hilflosigkeit begegnet. Dabei wäre der erste Schritt einfach nur überhaupt etwas zu tun – und den Notruf beispielsweise rufen kann nun auch jeder.
Wer nur Abenteuer sucht, ist in einer ernsthaften Beziehung ja auch irgendwie falsch
(wobei es ja auch Abenteuer IN der Beziehung gibt!)
In dieser durch und durch vom Kapitalismus verseuchten Welt wird an jeder Ecke und mit allen möglichen Themen versucht Geld zu machen – kennen wir ja. Leider sind so viele nicht in der Lage zu unterscheiden, ob es sich bei den Inhalten um wertvolle Erkenntnisse oder handelt oder es wirklich nur Halsabschneiderei ist…
Das Internet bietet doch die Möglichkeit sich über fast alles zu informieren und sich dann wirklich eine Meinung zu bilden… – und trotzdem überwiegt die Faulheit und das Schubladendenken.
Schade, wenn man aufgrund von Faulheit, Ignoranz und Besserwissertum dazu tendiert, selbst nützliches Wissen als Scharlatanerei abzutun, anstatt sich zu informieren und nachzudenken.
Absolut kostenloser Rat: Hirn einschalten und Dinge überprüfen, bevor man etwas lobt oder verteufelt.
Hallo Lookaround
Danke für deinen Kommentar!
Aber wo habe ich denn deiner Meinung nach nützliches Wissen verteufelt? Das würde mich nun mal interessieren. Mir ist sehr wohl klar, dass es neben den “Schlawienern” auch gute, interessante und nützliche Literatur auf dem Markt gibt. Das habe ich ja auch nirgendwo angezweifelt, oder?
Was ich aber eben sehr wohl verteufele, ist die Mentalität, aus den Wünschen, Hoffnungen und Sehnsüchten der Menschen auf derart offensichtlicher Weise Geld zu scheffeln. Da im Moment ständig nur was von positiver Welle gefaselt wird, wollte ich mit meinem Beitrag auch mal die andere Perspektive aufzeigen und zum Nachdenken anregen. Alles hat immer ZWEI Seiten einer Medaille – was anderes habe ich nie behauptet
Meine Meinung HABE ich mit eingeschaltetem Hirn überprüft und werde sie auch dabei belassen. Denn wenn du mehr als nur einen Beitrag auf diesem Blog gelesen hast, wirst du – weil du ja nicht faul, ignorant oder besserwisserisch
bist, heraus gefunden haben, dass ich hier nicht nur verteufele und kritisiere, sondern auch genau das, was ich hier ankreide, gut und prima finde. Eben WEIL es immer mehrere Ansichten einer Sache gibt. Und eindimensional denken mag ich nicht, sorry!


